Kinderanalyse

Kinderanalyse

Psychoanalyse im Kindes- und Jugendalter und ihre Anwendungen

Selbstdarstellung

Die KINDERANALYSE wurde 1992 von Jochen Stork gegründet und wird seit 2002 von Michael Günter und Kai von Klitzing herausgegeben. Im Januar 2015 konnte Daniel Barth als dritter Herausgeber gewonnen werden.

Die Kinderanalyse ist ein Forum für die Anwendung der Psychoanalyse in der Psychotherapie, Psychiatrie und Psychologie des Kinder- und Jugendalters. Die KINDERANALYSE erscheint viermal im Jahr und enthält klinische, theoretische und empirische Originalarbeiten deutschsprachiger und internationaler Autoren sowie kurze Fallstudien, Buchbesprechungen und kommentierte historische Arbeiten. Regelmäßig werden Hefte zu einem Schwerpunktthema sowie Hefte mit kinderanalytischen Arbeiten aus anderen Sprach- und Kulturkreisen gestaltet.

In Kinderpsychiatrie und Kinderpsychologie hat sich in den letzten Jahren eine Spaltung zwischen akademischer Forschung (oft symptomatologisch und klassifikatorisch orientiert) und den praktisch tätigen Klinikern (oft psychodynamisch-psychoanalytisch ausgerichtet) entwickelt. Den Herausgebern der KINDERANALYSE ist es ein Anliegen, die wissenschaftlichen Grundlagen der psychoanalytisch orientierten Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu stärken wie auch den Dialog zwischen klinischen, theoretischen und wissenschaftlichen Perspektiven auf die Psychoanalyse zu fördern. Die teilweise bahnbrechenden Erkenntnisse der neurobiologischen und entwicklungspsychologischen Forschung stellen für die Psychoanalyse eine große Herausforderung und Bereicherung dar, zumal sie vielfach aus der theoretischen Reflexion klinischer Praxis gewonnene Konzepte bestätigen und präzisieren. Wie kann der Erfahrungsschatz der klinisch-therapeutischen Auseinandersetzung mit Kinder und Jugendlichen in die empirische Forschung eingebracht werden? Welche Auswirkungen haben neuere Forschungsergebnisse auf unsere klinische Praxis? Dies sind Fragen, die in der KINDERANALYSE kritisch beleuchtet werden. Darüber hinaus stellt die KINDERANALYSE auch ein Forum für den kritischen Diskurs zwischen Kinderanalyse und Erwachsenenanalyse dar. Fast alle psychoanalytischen Theorien, seien sie metapsychologischer oder klinischer Art, haben sich vor dem Hintergrund mehr oder weniger explizit gemachter Überlegungen zur Bedeutung der Kindheit entwickelt. Was liegt also näher, diese Vorstellungen und Theorien in einen Dialog zu bringen mit dem großen Erfahrungs- und Erkenntnisschatz derjenigen, die tagtäglich psychoanalytisch mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Die Kinderanalyse verfügt diesbezüglich über eine reiche Tradition, welche sich mit Namen wie A. Freud, M. Klein oder D.W. Winnicott verbindet. In dieser Tradition möchte die KINDERANALYSE auch Psychoanalytikern, die nicht primär mit Kindern arbeiten, Einblick in neue Entwicklungen geben.

In der KINDERANALYSE stellt der kasuistische Bericht nach wie vor ein wesentliches Element dar. Die systematische, nachvollziehbare und methodisch saubere Darstellung von Einzelfällen ist in der oftmals unkritisch empiristischen Medizin und Psychologie zu Unrecht in Verruf geraten. Die KINDERANALYSE legt dagegen gerade einen Schwerpunkt auf die Einzelfalldarstellung, die nach wie vor entscheidende Grundlage für jegliche klinische Theorie ist. Sie ermutigt Autoren, ihre Erfahrung aus der psychoanalytischen Einzelfallarbeit und die aus ihnen gezogenen klinischen und theoretischen Schlussfolgerungen darzustellen.

In der Kindermedizin wurden große Fortschritte erzielt, beispielsweise in der Kinderonkologie und Frühgeborenenmedizin. Die seelische Verarbeitung solcher Krankheiten und der teilweise langwierigen invasiven Behandlungen ist ein Bereich, der immer bedeutender, bisher jedoch noch wenig reflektiert wird. Auch hier bietet die intensive Erfahrung und Kenntnis kinderanalytischer Kliniker und Forscher einen reichhaltigen Wissen- und Erfahrungshintergrund, der in der Medizin Berücksichtigung finden sollte. Das körperlich kranke Kind, das Kind von körperlich und psychisch kranken Eltern sowie das behinderte Kind stehen zunehmend im Brennpunkt psychoanalytischer Überlegungen und Behandlungsansätze. Dies wird in der KINDERANALYSE dargestellt und diskutiert.

Weltweit sind Bemühungen innerhalb der psychoanalytischen Gesellschaften im Gange, die kinderanalytische Ausbildung zu systematisieren, zu verbreitern und auch rechtlich abzusichern. Die internationale psychoanalytische Vereinigung (IPV) hat diesbezüglich Richtlinien und organisatorische Grundlagen verabschiedet. Mittlerweile gibt es Überlegungen, eine solche kinderanalytische Ausbildung gemeinsam in den deutschsprachigen Ländern zu initiieren. Ansätze zeichnen sich ab, diese Bemühungen mit den Analytischen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten zu koordinieren. Die KINDERANALYSE bietet als wissenschaftliches Publikationsorgan ihre Unterstützung für eine fundierte kinderanalytische Ausbildung an.

Über die beschriebene fachspezifische wissenschaftliche Ausrichtung hinaus mischt sich die KINDERANALYSE in gesellschaftspolitische Themen und Fragestellungen ein, die den Umgang unserer Gesellschaft mit Kindern und Jugendlichen reflektieren. Dass Armut und Not weltweit (auch bei uns) vorwiegend Kinder betreffen, dass in vielen Bereichen unserer Gesellschaft Kinder und Jugendliche wenig Zukunftsperspektiven haben und gesellschaftliche Veränderungen oft auf Kosten der jüngeren Generation vollzogen werden, ist ein Phänomen, das der psychoanalytischen Deutung und Kritik bedarf. Diesbezüglich baut die KINDERANALYSE auf das gesellschafts- und kulturkritische Potential der Psychoanalyse auf.


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