PSYCHE

PSYCHE

Zeitschrift für Psychoanalyse und ihre Anwendungen

Die Psyche ist die einzige monatlich erscheinende deutschsprachige Fachzeitschrift für Psychoanalyse und ihre Anwendungen.
This journal is indexed in: PsycINFO / Social Sciences Citation Index / Current Contents / Social & Behavioral Sciences / EMBASE

Die Zeitschrift PSYCHE - Selbstdarstellung

Die PSYCHE, einzige deutschsprachige Monatszeitschrift für Psychoanalyse, spiegelt in ihrer mehr als 60jährigen Geschichte ein einzigartiges Bild nicht nur der deutschsprachigen Psychoanalyse nach dem Zweiten Weltkrieg wider; sie hat zentrale Wendungen der Entwicklung psychoanalytischer Theorie und Praxis nachvollzogen und mitgeprägt.

Als die Zeitschrift 1947 von Hans Kunz, Alexander Mitscherlich und Felix Schottlaender gegründet wurde, ging es den Herausgebern um eine breit angelegte und sehr allgemeine Zielsetzung: sie wollten zusammenführen, integrieren und versöhnen. Die PSYCHE sollte offen sein für alle Strömungen der Tiefenpsychologie in den von ihr beeinflussten theoretischen und praktischen Gebieten. Die Bedingung für die Aufnahme in die Zeitschrift hieß freilich damals schon: die Darstellung musste methodisch streng und selbstkritisch sein.

Das sich verändernde Selbstverständnis der PSYCHE und ihrer Herausgeber läßt sich an den Untertiteln ablesen: War sie 1947 als Jahrbuch für Tiefenpsychologie und Menschenkunde angetreten, nannte sie sich zwei Jahre später Zeitschrift für Tiefenpsychologie und Menschenkunde. 1956, die Herausgeber waren nunmehr Wolfgang Hochheimer und Alexander Mitscherlich, wurde sie umgetauft in Zeitschrift für psychologische und medizinische Menschenkunde. Seit 1966 trägt die PSYCHE den auch heute noch gültigen Untertitel Zeitschrift für Psychoanalyse und ihre Anwendungen.

Ab den 60er Jahren setzte in der PSYCHE eine verstärkte Rezeption und Veröffentlichung sowohl der Arbeiten der von den Nazis ins Exil getriebenen Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytiker als auch der neueren psychoanalytischen Ansätze vor allem aus den angelsächsischen Ländern ein.

Die 70er und dann vor allem die 80er Jahre standen im Zeichen der (selbst-) kritischen Befragung der aktiv betriebenen wie erduldeten Einbindung der »deutschen« Psychoanalyse, ihrer Institutionen und Repräsentanten, in den Nationalsozialismus. Auch diese Debatte wurde von der PSYCHE aktiv betrieben und dokumentiert. Seither ist die Auseinandersetzung mit den aktuellen psychologischen Auswirkungen des Nationalsozialismus auf der Täter-, der Mitläufer- und der Opferseite ein Schwerpunkt der PSYCHE.

Die in den 90er Jahren verstärkt einsetzende Diversifizierung, die in die Diagnose eines gleichermaßen begrüßten wie kritisierten Pluralismus der Psychoanalyse mündete, hat auch in der PSYCHE ihren Widerhall gefunden. Bis dahin eher randständige innovative Forschungstrends wie Säuglingsforschung und Bindungstheorie, markante Schulrichtungen wie die (neo-)kleinianische und die intersubjektive wurden rezipiert und diskutiert; der interdisziplinäre Austausch, insbesondere mit der Entwicklungspsychologie und den Neurowissenschaften, wurde intensiviert.

Der Untertitel Zeitschrift für Psychoanalyse und ihre Anwendungen bezeichnet die bis heute gültige umfassende Programmatik der PSYCHE. Die Zeitschrift will den gegenwärtigen Stand der Psychoanalyse, ihrer Forschung, Theoriebildung, Methodologie und Behandlungstechnik repräsentieren und die verschiedenen Strömungen der heutigen Psychoanalyse darstellen und diskutieren. Den gewachsenen Anforderungen an eine zeitgemäße Psychoanalyse entsprechend wird dabei Fragen der Klinik im weitesten Sinn verstärkt Rechnung getragen.

Ungeachtet der Ausdifferenzierung der Psychoanalyse ist und bleibt die PSYCHE ein Forum, das jenen Versuchen Gehör verschafft, die mit psychoanalytischen Mitteln kulturelle, gesellschaftliche und politische Entwicklungen zu durchdringen helfen: dazu gehören Interpretationen von Werken der Bildenden Kunst, Literatur, Musik und Film ebenso wie Themen der neueren Geschichte (einschließlich der Geschichte der Psychoanalyse), der Gesellschaftspolitik (Migration), der Soziologie, der Ethnologie und der Gender Studies.

Die »Sache der Psychoanalyse« steht vermehrt unter Legitimationsdruck: von gesellschaftspolitischer Seite durch Forderungen nach empirischem Aufweis der Effizienz und Wirtschaftlichkeit psychoanalytischer Behandlungsverfahren; wissenschaftspolitisch durch den hegemonialen Geltungsanspruch konkurrierender Therapieverfahren oder Erklärungsansätze anderer Wissenschaften, etwa der Neurobiologie, die sich verstärkt Gegenstandsbereichen zuwenden (Gedächtnis, Erinnerung und bewusste wie unbewusste Prozesse), die lange Zeit Domäne der Psychoanalyse waren. Fragen nach dem Stellenwert und dem Selbstverständnis der Psychoanalyse werden aber auch durch die gewandelte Wahrnehmung der Psychoanalyse in der Öffentlichkeit provoziert.

Die PSYCHE hat sich diesen unterschiedlichen Herausforderungen gestellt: Mit den seit 1994 veröffentlichten Doppelheften wird versucht, den jeweils fortgeschrittensten Stand eines aktuellen Themas der Psychoanalyse sowohl für die psychoanalytische Gemeinschaft als auch für eine breitere Öffentlichkeit darzustellen (zu den einzelnen Heften siehe Archiv). 2006 hat die Zeitschrift ein anonymes Peer-Review-Verfahren eingeführt, an dem sich über 30 externe Gutachterinnen und Gutachter beteiligen. Die für wissenschaftliche Zeitschriften unabdingbar gewordene Indexierung wird garantiert durch PsycINFO, Social Sciences Citation Index, Current Contents, Social & Behavioral Sciences und EMBASE. Durch die Mitgliedschaft im International Council of Editors of Psychoanalytic Journals (ICEPJ) hat die PSYCHE ihre internationale Anbindung gestärkt.

Verlegt wurde die PSYCHE zunächst bei Lambert Schneider in Heidelberg; seit 1951 beim Ernst Klett Verlag, ab 1978 beim Klett-Cotta Verlag.

Herausgeberinnen und Herausgeber

Ab 1947: Alexander Mitscherlich, Hans Kunz und Felix Schottlaender

Ab 1955: Alexander Mitscherlich, Wolfgang Hochheimer

Ab 1969: Alexander Mitscherlich

Ab 1983: Margarete Mitscherlich-Nielsen, Helmut Dahmer, Lutz Rosenkötter

Ab1992: Margarete Mitscherlich-Nielsen

Ab 1997: Werner Bohleber

Ab Oktober 2017: Johannes Picht, Susanne Döll-Hentschker, Vera King, Ursula Kreuzer-Haustein, Rolf-Peter Warsitz, Herbert Will

Ab Mai 2018: Johannes Picht, Susanne Döll-Hentschker, Vera King, Rolf-Peter Warsitz, Herbert Will

Mitherausgeberinnen und Mitherausgeber

Ab 1992: Werner Bohleber, Karola Brede, Alfred Krovoza, Christa Rohde-Dachser, Mechthild Zeul

Ab 1996: Werner Bohleber, Karola Brede, Alfred Krovoza, Christa Rohde-Dachser, Rolf Vogt, Mechthild Zeul

Ab 1997: Karola Brede, Alfred Krovoza, Wolfgang Leuschner, Christa Rohde-Dachser, Rolf Vogt, Mechthild Zeul

Ab 2000: Alfred Krovoza, Wolfgang Leuschner, Ulrike Prokop, Christa Rohde-Dachser, Rolf Vogt, Mechthild Zeul

Ab 2003: Alfred Krovoza, Ulrike Prokop, Christa Rohde-Dachser, Rolf-Peter Warsitz, Mechthild Zeul

Ab 2006: Christa Rohde-Dachser, Rolf-Peter Warsitz

Ab 2011: Christa Rohde-Dachser, Ursula Kreuzer-Haustein (ab August), Rolf-Peter Warsitz

Ab 2012 bis September 2017: Ursula Kreuzer-Haustein, Rolf-Peter Warsitz

Ab 2016 bis September 2017: Susanne Döll-Hentschker, Vera King, Herbert Will

Einen repräsentativen Überblick über 50 Jahre PSYCHE-Produktion bieten:

Werner Bohleber (Hg.): Adoleszenz und Identität. Stuttgart (Verlag Internationale Psychoanalyse) 1996.

Karola Brede (Hg.): Das Überich und die Macht seiner Objekte. Stuttgart (Verlag Internationale Psychoanalyse) 1996.

Helga Haase (Hg.): Ethnopsychoanalyse. Wanderungen zwischen den Welten. Stuttgart (Verlag Internationale Psychoanalyse) 1996.

Alfred Krovoza (Hg.): Politische Psychologie. Ein Arbeitsfeld der Psychoanalyse. Stuttgart (Verlag Internationale Psychoanalyse) 1996.

Hans-Martin Lohmann (Hg.): Hundert Jahre Psychoanalyse. Bausteine und Materialien zu ihrer Geschichte. Stuttgart (Verlag Internationale Psychoanalyse) 1996.

Margarete Mitscherlich, Christa Rohde-Dachser (Hg.): Psychoanalytische Diskurse über die Weiblichkeit von Freud bis heute. Stuttgart (Verlag Internationale Psychoanalyse) 1996.

Mechthild Zeul (Hg.): Krankengeschichte als Lebensgeschichte. Stuttgart (Verlag Internationale Psychoanalyse) 1996.


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